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Über Mathematiker und Intuitiv-Erkennende

"Die Mathematiker, die  nur Mathematiker sind, haben dennoch einen klaren Verstand, vorausgesetzt dass man ihnen alles mit Definitionen und Prinzipien erklärt. Sonst sind sie verworren und unerträglich, denn sie sind nur klar bei eindeutigen Prinzipien …

     Dagegen sind die Prinzipien des intuitiven Erkennens allgemein anwendbar und und jedem gegenwärtig. Man braucht sich ihnen nur zuzuwenden, ohne sich Gewalt anzutun. Es kommt nur darauf an einen scharfen Blick (einen wachen Geist) zu haben“

 

Obiges Zitat stammt von  Blaise Pascal (1623 -1662), einem berühmten Mathematiker, Philosophen und Christen. In seinem bekannten  philosophischen Werk „Logik des Herzens“ erteilte er der rein mathematisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung eine klare Absage. Dies ist natürlich um so bemerkenswerter, da er selber ein anerkannter Mathematiker war.

   Neben der rein mathematisch-logischen Erkenntnisgewinnung mit klarer Methodik und eindeutigen Beweisen gab es für ihn auch das intuitive Erkennen einer Wahrheit, auch wenn sie nicht im naturwissenschaftlichen oder mathematischen Sinne  beweisbar ist. Ich möchte diese intuitive Erkenntnisgewinnung an einem Beispiel demonstrieren:

Ein ermutigender Zufall

 

Ich denke, dass wir uns alle einig darüber sind, dass es sich bei dieser Begebenheit um ein äußerst erstaunliches Ereignis handelt. Es auf einen normal Außenstehenden so wirkt, als hätten Joachim und ich uns im Vorfeld abgesprochen gehabt. Was aber nicht der Fall gewesen war.

   Wie würde nun Pascals „Mathematiker“ an die Sache herangehen? Nun, wahrscheinlich würden sie sagen, dass – alleine auf diesen einen Gottesdienst bezogen – das Auswählen zweier nebeneinander stehenden Bibelverse schon recht unwahrscheinlich ist, aber wenn man weltweit alle Gottesdienste mit einer vergleichbaren Situation hinzuzieht, es halt irgendwann – statistisch gesehen – einmal  passiert.

 

Nun will ich nicht abstreiten, dass diese mathematische Logik eine gewisse nachvollziehbare Plausibilität hat. Wenn du beim Roulette 100x mal auf die 17 setzt,  ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass sie einmal auch kommt. Einmal auf die 17 gesetzt und sie kommt, ist dagegen schon unwahrscheinlicher.

    Den Fehler, den viele „Mathematiker“ allerdings nun machen ist, dass sie diesen Fall damit als erledigt betrachten. Für sie wäre es mathematisch erwiesen, dass – im vorliegenden Fall – eigentlich gar nichts Besonderes passiert, sondern statistisch gesehen etwas höchst Wahrscheinliches geschehen sei. Ein Urteil, welches Blaise Pascal und alle anderen Intuitiv-Erkennenden allerdings auf die Barrikaden bringen würde!

    Denn der Intuitiv-Erkennende spürt, dass es sich hier nicht um ein mathematisches Problem, sondern um ein ganz und gar außergewöhnliches Ereignis handelt. Eines, was ihn – besonders als unmittelbar Beteiligten -, in seinem Innern berührt. Er ahnt oder glaubt, dass da eine lenkende Kraft hintersteckt und es sich um ein (göttliches) Zeichen handelt. Für ihn wird so die „Gegenwart Gottes“ erfahrbar.

 

 Wer hat nun Recht? Diese Frage ist an dieser Stelle natürlich nicht eindeutig zu beantworten, aber meiner Ansicht nach sollte sich hier der „Mathematiker“ etwas mehr bewegen  als der „Intuitiv-Erkennende“ … alles auf mathematisch – naturwissenschaftliche Beweisführung und Methodik reduzieren zu wollen, wäre angesichts der Komplexität des Lebens wirklich eine Farce

   … andererseits sollte sich der Intuitiv-Erkenndende aber auch nicht total den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen/Sichtweisen verschließen. Da könnte sicherlich auch für ihn etliches Nützliche dabei sein!