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Ein Universum ohne Schöpfer?

Im vierten Kapitel seines Buches „Der Gotteswahn“ macht der Autor Richard Dawkins sich Gedanken über unser Universum und dessen lebenfördernde Bedingungen:

"Wir leben nicht nur auf einem freundlichen Planeten, sondern auch in einem freundlichen Universum ...die Physiker haben es genau berechnet: Wären die physikalischen Gesetze und Konstanten auch nur geringfügig anders, hätte sich das Universum so entwickelt, das Leben nicht möglich gewesen wäre" (S.199)
    

Wenn wundert es da, dass Theisten darin ein starkes Argument für einen Schöpfer-Gott sehen:

Als Gott das Universum einrichtete, stimmte er die (sechs) physikalischen Konstanten so ab, dass sie in der Goldilockszone lagen und Leben möglich machten. Es ist so, als hätte Gott sechs Knöpfe, an denen er drehen kann, und er stellte jeden Knopf sorgfältig auf den Goldilocks-Wert ein." (S.201)

Dies aber will Dawkins nicht gelten lassen:

"Eine solche theistische Antwort ist immer zutiefst unbefriedigend, weil sie die Existenz Gottes unerklärt lässt" (ebenda)

 Da also Dawkins einen „göttlichen Knöpfchensteller“ ausschliesst  muss er natürlich eine andere Erklärung für die extrem unwahrscheinliche Tatsache der sechs Konstanten liefern. Und da kommt er auf die Annahme eines Multiversums.  

 

    Kurz erklärt; Bei der Annahme unzähliger (Milliarden von) Paralleluniversen neben dem Unsrigen wäre es gar nicht mehr so unwahrscheinlich, dass es einmal alles passt. (Prinzip der grossen Zahl) Und genau in diesem Universum-Glücksfall leben wir - nach Dawkins 
    Um es noch einmal im Klartext zu sagen. Um unser extrem unwahrscheinliches Leben hervorbringendes Universum ohne einen Schöpfer-Gott erklären zu können, bedarf es  -so erklärt Dawkins es unzählige von Paralleluniversen, damit es - statistisch gesehen - als zufälliger Glücksfall hätte entstehen können.


   Ich widerstehe der Versuchung angesichts eines solch spekulativen Gedankengebäudes spöttisch und polemisch zu werden. Aber jeder Naturalist sollte sich mal fragen, ob er/sie wirklich an diese Milliarden von Paralleluniversen zu unserem Universum glaubt.

   Mal ehrlich, ist nicht die Annahme eines wie auch immer gearteten Schöpfergeistes die plausiblere und naheliegendere Variante?

 

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